| Katzenmusik | Umzüge | Narrenblatt | Maskenball | Brauchtum | ||||
| Aktuelles | Guggenmusik | Narrentiere | Schnitzelbank | Masken | Kulinarisches | Urikon | ||
| FasUri | Abschluss | Plaketten | Hausfasnacht | Gruppen | Diverses | Home | ||
MASKENBALL |
Der verschwundene Reiz des Maskenballs |
|
|
| Geschichte |
|
Der
Reiz des Maskenballs waren Kostümierung und Maskierung sowie die sich
daraus ergebenden Folgen. Alles durfte gelüftet werden, nur nicht das
Inkognito, hiess die Parole jedes Maskenballs. Die Maske verwandelte den
Menschen! Blühende Mädchen wurden zu bissigen Xanthippen und alte
Reibeisen wandelten als Feen und liebliche Nixlein durch den Saal. Und
doch, die Menschen sollen nie besser und offener sein, als in Larven und
falschen Kleidern! Im grossen Ballsaal im Hotel Goldener Schlüssel gab
es keine Tische, sondern an den Wänden standen rote Plüsch-Kanapees,
später Stühle. Getrunken wurde im Restaurant. Auf diesen Kanapees
wartete herausgeputzt und im dunklen Anzug die Männerwelt, bis sich die
weiblichen Masken in Tanzpausen zu ihnen gesellten. Nebst den Herren
sassen auf den Diwans auch ältere Frauen, verkleidet als Domino, dem
Maskenkleid mit Kapuze, welches alles verdeckt. Sie wollten alles wissen
und sehen: Wer mit wem wie lange und wie viel bis wann wohin! Bei der
Demaskierung waren diese Masken, eingedeckt mit ihren neu gewonnenen
Erkenntnissen über die zwischenmenschlichen Beziehungen in der
Altdorfer Gesellschaft, jeweils verschwunden. Der Maskenball verlangte
ein Rollenspiel. Hierzu mussten beide Geschlechter ihre Rolle ausüben.
Die Regie übernahm im ersten Teil die Frau, sie war maskiert, sprach
die Männer an, forderte diese zum Tanze auf. Die Männerwelt hatte zu
warten, sie musste den Masken gefallen, vorwiegend im dunklen eleganten
Anzug und sauber gescheitelter Frisur. Die Frau erhielt unter dem Schutz
der Maske die Gelegenheit, Männer mit dem vertrauten «Du»
anzusprechen, mit denen sie während des Jahres nie ins Gespräch
gekommen war. Es wurde intrigiert.
Wenn die Musik ertönte, wurden die Herren von den Masken zum Tanze
aufgefordert. Die Tanzpaare schwärmten auf die Tanzfläche.
Das
Spiel dauerte bis um Mitternacht, dann erfolgte die Demaskierung. Sie
war durch das Gesetz diktiert, passte jedoch ideal in das Regiebuch des
Rollenspiels zwischen Mann und Frau. Die Spannung bei der Männerwelt
stieg. Mit der Rückkehr der Damenwelt begann der zweite Teil. Dieser
konnte eine freudige Überraschung oder herbe Enttäuschung beinhalten.
Der Mann nahm nun das Regiebuch wieder in seine Hand. Die Regeln,
welche vor Mitternacht ausgesetzt hatten, traten nun wieder in Kraft.
Der Mann revanchierte sich bei seinen Tanzpartnerinnen vor Mitternacht
mit der Einladung zum Tanz.
Ende der 1990er-Jahre verlor der Maskenball in Altdorf seinen Reiz. Vereinzelt finden in einigen Urner Gemeinden noch attraktive Maskenbälle statt. |
|
|
Letzte Aktualisierung: 9.1.2010 / Phideau & Fido |
|||